Austauschschülerinnen sind von der Mitte Europas begeistert

07. Februar 2013

Karen aus Ecuador beherrschte die deutsche Sprache, bevor sie nach Deutschland kam, nur teilweise, da sie für ein Jahr lang einmal die Woche Deutschunterricht bekam. Die Amerikanerin Janki hingegen genoss schon (was eigentlich untypisch für US-amerikanische Schulen sei) vier Jahre Deutschunterricht in ihrer Schule.

Die Französin Laurène hatte zwar schon Deutschunterricht, jedoch mit wenig Erfolg: „In Frankreich werden Sprachen zwar unterrichtet, aber es wird kein großer Wert auf sie gelegt. Eher auf Fächer wie Mathe, Physik oder Sozialwissenschaften", berichtet sie in einem mittlerweile sehr guten Deutsch.

Für Ploy war es wohl am schwersten, denn sie lernt hier nicht nur eine völlig andere Sprache, sondern ist zugleich auch noch ganz anderen Schriftzeichen ausgesetzt. Seit einem halben Jahr sind die vier schon in Deutschland, und nach einem Gespräch mit ihnen werden die Erfolge im Umgang mit der Sprache sofort erkennbar, denn dieses Gespräch konnte ausschließlich auf Deutsch geführt werden.

Ganz so leicht hatten es die Austauschschüler anfangs jedoch nicht. „Die Deutschen sind alle immer superpünktlich. Und wenn man sagt, die Schule geht um acht los, dann geht sie auch um acht los. Ich war zwar hier immer pünktlich, aber ich kannte es aus meinem Heimatland Ecuador trotzdem nicht. Ich selber bin nämlich sonst nicht so pünktlich", erzählt Karen.

„Mir fiel es anfangs schwer, Freunde zu finden, weil ich keine Gastschwester habe, die mit mir hier zur Schule geht. Deshalb musste ich auch zuerst alles selber finden. Aber jetzt habe ich auch meine richtigen Freunde hier gefunden", berichtet Janki aus Amerika.

So schwierig es für die beiden war, umso leichter war es für die Französin Laurène, sich zurechtzufinden. „Also die Schule hier ist ganz anders als in Frankreich. Dort ist alles viel strenger. Wir haben viel mehr Respekt vor den Lehrern und müssen sogar samstags zur Schule. Außerdem darf man auf keinen Fall im Unterricht reden. Man könnte unseren Unterricht auch ein bisschen mit der Uni vergleichen, meistens redet der Lehrer."

Und auch das Handy-Verbot (welches es auch am MGM gibt), habe in Frankreich oberste Priorität. Und um es auch zu realisieren, habe die Schule extra einen Störsender eingebaut, so dass das Handy auf dem Schulgelände unnütz ist.

Die Schule in Thailand sieht auch anders aus als die Monschauer Schule, jedoch in dem Sinne, dass es eine reine Mädchenschule ist, die Ploy besucht, und insgesamt 4000 Schülerinnen hier zur Schule gehen.

Daraufhin lacht Janki, denn so ähnlich sei es auch bei ihnen: „Unsere Schule ist so groß wie Disneyland, sagen wir oft. Mit 4000 Schülern haben wir eine riesige Schule." An Jankis High School sei außerdem praxisnäherer Unterricht angesagt. Sie berichtet, wie in Amerika immer wieder Projekte gemacht werden müssen, und ein richtiger Wettkampf ausbreche, um zu gewinnen.

Außerdem erzählt sie, was es für eine Ausnahme und Besonderheit sei, dass an ihrer Schule Deutsch unterrichtet werde. Von 1000 Schülern haben es auch gerade mal 30 gewählt, und darunter Janki. „Ich bin froh, dass ich Deutsch sprechen kann. In Amerika gibt es einen Witz der sagt, dass das Leben zu kurz ist, um Deutsch zu lernen. Aber ich bin glücklich, dass ich es beherrsche."

Nächstes Jahr möchte sie am College Mikrobiologie studieren, und da gäbe es oft Gelegenheiten, nach Deutschland zu kommen.

Laurène hingegen zog etwas anderes nach Deutschland. Für sie sind die deutsch-französischen Beziehungen in Europa sehr wichtig, und Englisch könne sie später immer noch mal besser lernen. Und Karen aus Ecuador als Lateinamerikanerin wurde Deutschland als ein besonders gutes Austauschland empfohlen.

Ploy wollte sich von der Masse abheben, denn bei ihr zu Hause gibt es nur sehr wenige, die Deutsch sprechen können. Auf die Frage, was die ersten Eindrücke von Deutschland ihrerseits waren, kam wie aus der Pistole geschossen die Antwort: „Jede Menge Bier!" Besonders begeistert waren die Amerikanerin Janki und die Thailänderin Ploy, denn in ihren Heimatländern ist der Genuss von Alkohol erst ab dem 21. Lebensjahr gestattet. Außerdem seien die Mahlzeiten hier nicht so geregelt wie in Frankreich, erzählt Laurène, denn auf die Frage, wann gegessen wird, erhält sie oft die für sie erstaunliche Antwort: „Mal gucken." So etwas gäbe es in Frankreich nicht, dort werde immer zur selben Zeit gegessen.

Die Schule scheint auf jeden Fall allen super zu gefallen, und Janki bewies ihr Können auch schon am vergangenen Sonntag beim Schulkonzert des MGM, wo sie ein erstklassiges Geigensolo ablieferte. Dieses sei jedoch, sagt sie bescheiden, nicht ihr Bestes gewesen.

Und Ploy scheint gar nicht mehr hier weg zu wollen: „Hier ist es so schön ruhig, bei mir zu Hause ist alles chaotisch und laut. Und auch, dass es hier nicht so heiß ist, finde ich gut."

Eine besonders im Rheinland verbreitete kulturelle Veranstaltung steht jedoch noch aus: Karneval! Und die vier haben auch schon von vorne bis hinten alles geplant - von Kostümen über Veranstaltungen, die sie besuchen werden. Karen wird sogar mit der Tanzgruppe ihrer Gastschwester auftreten.

Im April geht es für sie dann auch noch mit der Schule für eine Woche nach Rom, zum "Römeraustausch".

Fest steht: Auch wenn vieles in Deutschland ganz anders ist als in Ecuador, den USA, Frankreich oder Thailand, die vier wurden trotzdem in seinen Bann gezogen und sind begeistert von der Mitte Europas.

(Eifeler Zeitung, 07.02.2013)




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