Schulprogramm

5.2 Lernen des Lernens

Methoden-
kompetenz

5.2.1

Unter Bildungsexperten herrscht Einigkeit darüber, dass für die Zukunft die Qualifikationen an Bedeutung gewinnen, die die Auszubildenden in die Lage versetzen, methodenbewusst und damit selbstständig sich Wissen in der Schule, im Studium und im Beruf anzueignen. Lernen ist angesichts der Fülle des sich stetig vermehrenden Wissens ein lebenslanger Prozess. Unter dieser Voraussetzung ist derjenige Schüler zum Ende seiner Schulzeit am besten ausgestattet, der gelernt hat zu lernen, der „Schlüsselqualifikationen" erworben hat, mit deren Hilfe er neue Lernsituationen erfolgreich gestalten kann.
Schlüsselqualifikationen können den Fachunterricht sinnvoll ergänzen, jedoch nicht ersetzen.
Vor allem an bestimmten Stationen einer Schülerlaufbahn (Eintritt ins Gymnasium und Beginn der Oberstufe) möchte das MGM diesbezüglich Hilfen anbieten.

5.2.2

Für die Erreichung des oben genannten Zieles erscheint uns die Beherrschung folgender elementarer Lern- und Arbeitstechniken von Wichtigkeit • Lesetechniken • Markieren • Exzerpieren • Strukturieren • Informationen gewinnen und verwerten • Notizen machen • Protokollieren • Gliedern/Ordnen • Heftgestaltung • Bericht schreiben • Arbeit planen (z.B. Klassenarbeiten) • Üben/Wiederholen • Memorieren • Arbeitsplatzgestaltung u.a.

Hinzukommt aus dem Bereich des sozialen Lernens: • Aktives Zuhören • Argumentieren • Diskutieren • Kooperieren • Erlerntes präsentieren u.a.
Für die meisten der genannten Fertigkeiten ist eine bestimmte Arbeitshaltung unabdingbar: • Konzentration • Ausdauer • Motivation • Genauigkeit • Kooperationsfähigkeit • Kreativität u.a.
Es gilt dabei, an die vorhandene Leistungsbereitschaft der Schüler anzuknüpfen und sie gleichzeitig im Sinne einer Fertigkeit zu diszipliniertem Arbeiten anzuleiten. Wir gehen davon aus, „dass man Leistung nicht fördern kann, ohne sie auch zu fordern. Das setzt freilich das Bewusstsein aller voraus, dass es im Leben ohne Anstrengung nicht geht.“
(Bundespräsident Roman Herzog, 5. November 1997)

Lernen in der Erprobungsstufe

5.2.3

Eine spezielle Akzentsetzung für unser Ziel, das Lernen zu lernen, ist in der Erprobungsstufe (Klassen 5/6) notwendig: Es ist zu beobachten, dass in zunehmendem Maße Kinder beim Wechsel von der Grundschule ins Gymnasium nicht mehr die Voraussetzungen mitbringen, die ihnen ein erfolgreiches Absolvieren des gymnasialen Bildungsgangs ermöglichen.

Arbeitshaltung

Am MGM wird im Zeitraum vom Schuleintritt bis zu den Herbstferien gezielt auf die Einübung elementarer Fertigkeiten im Bereich des Arbeitsverhaltens Wert gelegt; dabei können in diesem Zeitabschnitt durchaus Unterrichtsinhalte zurückgestellt werden, um die genannten übergeordneten Lernziele zu erreichen. Beispielhaft seien zwei Ziele genannt: Da Hausaufgaben ein wesentlicher Bestandteil der schulischen Arbeit sind, ist hier bei der Kontrolle auf Vollständigkeit, Gewissenhaftigkeit und Sauberkeit besonderer Wert zu legen. Eine Hilfestellung durch die Eltern ist in vielen Fällen sinnvoll und wünschenswert. Bezüglich der mündlichen Mitarbeit haben die in der Orientierungsstufe unterrichtenden Lehrer darauf zu achten, dass einerseits dem natürlichen Mitteilungsbedürfnis der Kinder Rechnung getragen wird, dass andererseits dieses Mitteilungsbedürfnis aber auch in geordnete Bahnen gelenkt wird.

Arbeitstechniken

Das „Wie“ des Lernens ist gerade für Schüler der Erprobungsstufe häufig ein Problem: Wie man möglichst effektiv die Vokabeln in der ersten Fremdsprache lernt, wird den Schülern durch die Englischlehrer vermittelt. Oder: In der Übergangszeit muss ein Schüler lernen, eine Leistung innerhalb eines vorgegebenen Zeitrahmens zu erbringen; auch hier ist es Aufgabe der Lehrer, die Kinder sukzessive an das geforderte Arbeitstempo heranzuführen.

Sozialverhalten

Die Arbeitshaltung des einzelnen Schülers ist nicht zu trennen vom Verhalten in der Gruppe. Toleranz und Disziplin sind unabdingbare Voraussetzungen für ein erträgliches Klima in der Klasse. Nicht alle Kinder sind bezüglich ihrer persönlichen Entwicklung bereits so weit fortgeschritten, dass sie Mitschülern und Lehrern gegenüber ein entsprechendes Verhalten zeigen. Permanente Störungen des Unterrichts werden nicht als Bagatelle hingenommen, körperliche wie verbale Aggressivität können nicht akzeptiert werden. Den Schülern der Klasse 5 wird die Hausordnung vorgelegt und erklärt. Das Einhalten von Regeln und Absprachen soll zur Selbstverständlichkeit werden.
Die oben genannten Forderungen sind nicht so zu verstehen, dass die Kinder in ein enges Korsett von Verhaltensregeln gesteckt werden, in dem Kreativität und menschliche Zuwendung zu kurz kommen. Sie sind im Gegenteil Voraussetzung zu einer Persönlichkeitsentwicklung, die getragen ist von Kritikfähigkeit, Sensibilität und Toleranz.

Wissenschaftliche Arbeitsformen
(Sek II)

5.2.4

Für die gymnasiale Oberstufe (Sekundarstufe II) bedarf es einer entsprechend anderen Akzentsetzung: Die genannten Ziele werden v.a. um einen höheren Grad an Selbstständigkeit des Lernens und Arbeitens und um den Aspekt der Wissenschaftspropädeutik (s. Schwerpunktbildung 5.3) erweitert.
Zu nennen sind v.a: • Selbstständige Informationsbeschaffung und Beurteilung • Anwendung (Transfer) von Arbeitsergebnissen • Planvolles Arbeiten über längere Zeit (z.B. Facharbeit schreiben) • Urteilsfähigkeit auf der Grundlage soliden Wissens • Kriterien für Wichtiges und Unwichtiges entwickeln • Einübung von Diskussionsformen und deren Leitung • Handhabung elektronischer Medien (v.a. Internet) • Freie Rede • Theorieorientiertes Arbeiten • Komplexe Verfahren der Textanalyse beherrschen • Sprachlich angemessene Darstellung und Präsentation von Erlerntem u.a.
Die Schüler der Oberstufe am MGM werden zu Beginn der Jahrgangsstufe 10.1 in einem mehrtägigen Seminar in diese Lern- und Arbeitstechniken eingeführt.

 

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