Beim Regionalwettbewerb auf den ersten Platz debattiert

28. Februar 2018

Bei öffentlichen Debatten ist es häufig fraglich, ob die Beteiligten das Ziel einer solchen sprachlichen Auseinandersetzung nicht längst aus den Augen verloren haben. Jenes nämlich, dass das Publikum am Ende der Diskussion mehr zu einem Thema wissen sollte, als das zuvor der Fall war. Wie es richtig geht, zeigten am Dienstagabend junge Leute beim Regionalfinale des Sprachwettbewerbs „Jugend debattiert“ im Aachener St.-Leonhard-Gymnasium.

Dabei hatten es die von der Jury vorgegebenen Themen durchaus in sich und hätten andernorts Tür und Tor für allzu simple Antworten geöffnet. Wer das jedoch bei einem Debattierwettbewerb versucht, braucht dort gar nicht erst anzutreten. Denn schon die Debattierenden der Sekundarstufe I, die die erste Finalrunde bestritten, bestrafen solche Fehltritte sofort.

Die vier Finalisten in dieser Altersstufe mussten über die Frage diskutieren, ob Videoüberwachung mit automatisierter Gesichtserkennung flächendeckend eingesetzt werden soll. Dabei bekam jeder Teilnehmer schon vor der Finalrunde seine Position – die nicht unbedingt seine persönliche sein muss – mitgeteilt und hatte Zeit, sich entsprechend darauf vorzubereiten. So wurde schließlich über gesetzliche Aspekte, Kosten, Arbeitsbelastung von Polizeibeamten, moralische Fragen und über Persönlichkeitsrechte diskutiert – mit allen rhetorischen Kniffen, die die deutsche Sprache so hergibt.

Am Ende setzten sich von der Befürworterseite Christian Lindt vom St.-Michael-Gymnasium in Monschau und von der Gegenseite Jana Freiburg vom Anne-Frank-Gymnasium in Aachen durch.

In der zweiten Finalrunde war dann die Sekundarstufe II dran, welche über höhere Strafen bei Gewalttaten gegen kommunale Amts- und Mandatsträger debattierte. Auch zu diesem Thema wurden Gesetzesartikel zitiert, Studien angeführt und gesellschaftspolitische Grundfragen in beeindruckender Tiefe diskutiert. Auch wenn es auf diesem Niveau meist nur noch um Nuancen geht, musste die Jury eine Entscheidung treffen, die letztlich zugunsten von Josefine Jacobs (Cornelius-Burgh-Gymnasium Erkelenz) und Nick Kaspers (Betty-Reis-Gesamtschule Wassenberg) ausfiel.

Mit in der Jury saß auch die „Jugend debattiert“-Landessiegerin von 2017, Veronika Stockem. Sie kennt den Druck, auf großer Bühne in engem Zeitkorsett präzise Argumente zu liefern, und fieberte entsprechend mit: „Man sieht aber schon jetzt sehr gute Ansätze bei den Schülern, wie sie sich Notizen machen und den Mut haben, auch einmal komplexe Aussagen zu formulieren.“

Die vier Sieger aus den beiden Altersstufen werden nun als Vertreter der Region beim Landeswettbewerb in Oberhausen teilnehmen. Damit sie dort auch optimal vorbereitet auftreten können, gab es am Dienstag neben der Siegerurkunde einen Gutschein für ein professionelles Rhetorik-Seminar dazu. Immerhin nehmen jedes Jahr bundesweit rund 200.000 Schüler an dem Wettbewerb teil, die alle am Ende das Finale auf Bundesebene erreichen wollen.

(Aachener Zeitung 28.02.2018)




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