Ein Schuljahr im Ausland: Das Abenteuer kann beginnen

30. Juni 2009

„Das sind in diesem Jahr außergewöhnlich viele Schüler, die diesen Schritt machen", sagt Stufenleiterin Hildegard Furkert, kennt aber einen Grund für diese Entwicklung: „Mit Frau Mainka haben wir eine Lehrerin, die bei den Schülern sehr für das Auslandsjahr wirbt und ihnen viel darüber erzählen kann", so Furkert.

Allerdings dürfte der „Run" auf das Highschool-Jahr schon bald wieder abebben, denn wenn die ersten G8-Jahrgänge die gymnasiale Oberstufe erreichen, gibt der dichte Stundenplan das Auslandsjahr kaum noch her.

Noch aber erlaubt der Lehrplan speziell der Klasse elf das Gastjahr, vorausgesetzt das Zeugnis Ende der „Zehn" fällt entsprechend aus. Weitere Voraussetzungen sind, je nach Organisation, mit der die Schüler das Auslandsjahr machen, ein Sprachtest und ein erfolgreiches Bewerbungsverfahren, das aber, wie alle Schüler versichern, kein Hindernis darstellt.

Nicht zu vergessen ist dagegen, dass die Gastschüler das Auslandsjahr selbst finanzieren müssen und die Kosten für den Aufenthalt samt Flug, Unterkunft in der Gastfamilie und Schul- sowie Organisationskosten nicht selten im fünfstelligen Bereich liegen. Allerdings kann man dafür Schüler-BaFöG beantragen und später wie einen zinslosen oder -günstigen Kredit zurückzahlen.

Damit aber befassen sich die sechs Schülerinnen und ihr „Quotenmann" Andreas Gasper aus Konzen derzeit wohl kaum. Sie sind mit ihren Gedanken schon in Queensland, Texas, Florida oder in der englischen Grafschaft Kent. Letztere ist das Ziel für den einzigen jungen Mann in der Runde. Vom 2. September bis 31. Januar wird Andreas Gasper an der Rainham Grammarschool in Rochester vor allem sein Englisch veredeln, „die Sprache ist für mich eigentlich der Hauptgrund für den Auslandsaufenthalt", so der 16-Jährige.

Klar, dass Andreas als ausgezeichneter Kicker des TV Konzen im Mutterland des Fußballs auch seinem Hobby nachgehen wird.

Für die meisten der sechs jungen Damen spielt die sprachliche Weiterentwicklung dagegen nur eine untergeordnete Rolle. „Natürlich ist es von Vorteil, die andere Sprache nach dem Auslandsjahr zu beherrschen. Aber für mich waren die Hauptbeweggründe das Erlangen der Selbstständigkeit und das Kennenlernen einer anderen Kultur", erzählt Miriam Moumna aus Simmerath. Die 16-Jährige führt das Gastschuljahr am 11. August über den großen Teich nach Killeen/Texas, wo sie bis Juni 2010 die Ellison High School besuchen wird.

Ebenfalls in Texas wird Sharon Haase die kommenden zehn Monate verbringen und sich damit einen Lebenstraum erfüllen. „Wir züchten zuhause eine amerikanische Pferderasse, und deshalb habe ich mich für das Auslandsjahr konkret nach Texas beworben, um neben der Sprache mein Reiten und mein Wissen über die Pferde zu verbessern. Und natürlich möchte die 16-jährige Höfenerin mit dem amerikanischen Vornamen auch sonst alles über ihr Traumland Amerika erfahren.

In eine ganz andere Ecke der USA wird der Weg am 20. August Anna Lena Dinger führen. Dass das Verfahren die 16-Jährige in den Sonnenstaat Florida führte, war reiner Zufall. „Das ist natürlich wundervoll, ein Jahr im im sonnigsten Bundesland der USA zu leben", freut sich die Schülerin aus Höfen. Auch sie möchte „viel Neues kennenlernen", sich ihr eigenes Bild vom „American Way of Life" machen und „einfach etwas erwachsener werden", so Anna Lena.

Wo die Jüngste in der Runde, die 15-jährige Samira Steffens aus Mützenich, ihr Gastjahr verbringen wird, steht derzeit noch nicht fest. Samira weiß nur, dass es in die USA gehen und die große Reise Ende August oder Anfang September beginnen wird. „Ich lasse mich mal überraschen", sagt die Schülerin, die sich mit dem Auslandsjahr auch ein wenig selbst beweisen möchte, „dass ich ganz ohne den Einfluss der Familie auf eigenen Beinen stehen kann."

Als Erste, nämlich schon nächste Woche, brechen Marie Offermanns aus Roetgen und Corinna Hosse aus Lammersdorf zu neuen Ufern auf. Die beiden 16-Jährigen haben die weiteste Reise vor sich, denn für sie geht es am 8. bzw. 4. Juli für ein halbes Jahr nach Australien. Marie wird auf dem fünften Kontinent die Kirwan State High School in Townsville besuchen, Corinna die Smithfield State High School in Coirns, so wie Townsville im Bundesstaat Queensland gelegen, allerdings 350 Kilmeter voneinander entfernt. Für beide Mädchen spielt die Sprache eine wichtige Rolle, „das kann später im Beruf nur von Vorteil sein", weiß Corinna, auch wenn man sich an das „Australian English" erst mal werde gewöhnen müssen.

Über ihren Zielort haben alle sieben Schüler im Zeitalter des Internets schon eine ganze Menge gelesen und überwiegend per E-Mail auch schon Kontakt mit ihren Gastfamilien aufgenommen.

Bevor es auf die große Reise geht, werden sie sich natürlich noch gebührend von ihren Familien und Freunden verabschieden, einige planen sogar „eine richtig fette Farewell-Party", wie zwei der Mädels ankündigen, und Samira und Corinna werden diese sogar mit ihrem anstehenden Geburtstag verbinden. Sharon plant den Abschied dagegen nur in kleiner Runde, „ich mag nicht, wenn alle weinen", verrät die 16-Jährige.

In einem Jahr werden die Sieben, wenn alles glatt läuft, wieder zurück in der Eifel sein. Und werden dann garantiert eine Menge zu erzählen haben.

(Eifeler Zeitung 30.06.2009)




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