Den Schülerinnen und Schülern eine Stimme gegeben

28. September 2021

Das politische Projekt wird bundesweit vom überparteilichen und gemeinnützigen Verein Kumulus e.V. organisiert und steht unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Auch das Bundesfamilienministerium und der Bundestag unterstützen dieses demokratiefördernde Projekt. Seit 1999 findet die Juniorwahl vor jeder Bundestagswahl statt. Für Martina Bittl, Lehrerin für Sozialwissenschaften, Französisch und Spanisch am MGM, basiert der Erfolg der Juniorwahl auf einem praxisbasierten Konzept.
Einerseits sei die enge Verzahnung mit dem Unterricht ausschlaggebend, da die Schülerinnen und Schüler vor der Stimmabgabe den Ablauf und die Funktion der Bundestagswahl sowie das deutsche Parteiensystem und die Direktkandidaten und Wahlprogramme der einzelnen Parteien im Unterricht kennenlernten. Andererseits sei auch die Simulation des Ablaufs der Wahl für die Schüler interessant, da viele der Wahlberechtigten noch nie an einer Wahl teilgenommen haben und es so etwas Neues bietet. „So wollen wir die Schülerinnen und Schüler für politische Teilhabe begeistern. Außerdem wird durch ein solches Projekt die Meinungsbildung gefördert und die Urteilsbildung gestärkt", erläutert Martina Bittl.
Von diesem Konzept sind nicht nur die Lehrer am MGM begeistert, auch deutschlandweit kommt es gut an. An der diesjährigen Juniorwahl nahmen 4500 Schulen teil. Für den Schülersprecher des MGM, Manuel Kreutz, ist es richtig, dass das St.-Michael-Gymnasium an der Aktion teilnimmt: „Hier bei uns wird politisches Engagement großgeschrieben. Vor der nächsten Wahl sollte man das auf jeden Fall fortführen."
Viele der Schülerinnen und Schüler sind gespannt, wie das Ergebnis an der eigenen Schule ausfallen wird, wie Ronya Woisch aus dem Sozialwissenschaften-Zusatzkurs in der Q2 erzählt. Ihr Kurs hatte die Wahl organisiert. Dabei musste der Kurs die vielfältigen Aufgaben der Wahlleitung bei einer Wahl übernehmen. So wurden Wahlberechtigungen und Wahlbenachrichtigungen ausgestellt und Wahlhelfer ausgewählt - wie bei einer „richtigen" Wahl eben.
Der Zusatzkurs machte seine Aufgabe sehr gut, sodass es nicht zu Problemen kam. Auch das Auszählen der Stimmen gehörte zu den Aufgaben der Organisatoren. Hierbei wurden alle Stimmen zweimal ausgezählt, um fehlerhafte Ergebnisse zu verhindern. Die bundesweiten Ergebnisse wurden dann erst am Tag der Bundestagswahl veröffentlicht, um eine Einflussnahme der Ergebnisse der Jüngsten der Gesellschaft zu verhindern.
Die Schülerinnen und Schüler waren alle zufrieden, bei der Juniorwahl mitmachen zu dürfen, und es gab ausschließlich positives Feedback für die Aktion. Viele der Schülerinnen und Schüler hoffen, dass die großen Parteien die Ergebnisse der Juniorwahl ernst nehmen und den zukünftigen Wählern etwas Beachtung schenken. „Es ist gut, dass es die Juniorwahl gibt, da können die unter 18-Jährigen auch mal zeigen, was sie wollen", zieht Q2-Schüler Thorben Wilhelmus ein Fazit, und hofft, dass es auch bei der Landtagswahl im Mai 2022 heißen wird: Das MGM hat gewählt.

Bei der Juniorwahl am St.-Michael-Gymnasium in Monschau haben 411 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 7 bis Q2 sowohl mit der Erst- als auch mit der Zweitstimme mehrheitlich die Grünen gewählt. Von den Kandidatinnen und Kandidaten im Wahlkreis 88 (Aachen II) erhielten im Schülervotum Grünen-Kandidat Lukas Benner aus Roetgen 33,8 Prozent der Stimmen, gefolgt von Christdemokratin Catarina Dos Santos (26,3 Prozent), Claudia Moll von der SPD (15,6 Prozent) und Birgit Haveneth (FDP/15,1 Prozent). Bekanntlich gewann im Endergebnis der „echten" Wahl Claudia Moll das Direktmandat; jedoch ziehen auch Lukas Benner und Catarina Dos Santos über ihre Landeslisten in den neuen Bundestag ein.
Bei den Zweitstimmen gab es ähnlich wie bei der großen Wahl ein Kopf-an-Kopf-Rennen - allerdings zwischen den beiden „kleineren" Parteien, die aber vermutlich das entscheidende Wort bei der Regierungsbildung haben werden. Hier lagen die Grünen am MGM mit 22,7 Prozent etwa 2,5 Punkte vor der FDP (20,2), die nach Auswertung der Wahlanalysen ja auch bundesweit bei den Erstwählern am besten abgeschnitten hat. Erst dahinter folgten bei der Juniorwahl am Monschauer Gymnasium die beiden Volksparteien, und wie im Bund auch hier mit leichtem Vorsprung für die SPD (18,3 Prozent) vor der CDU (17,3 Prozent).

(Eifeler Zeitung 27.09.21)




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